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Toyota plant Kompaktplattform für drei Antriebsarten

Toyota entwickelt eine neue Basis für Vollhybrid-, Plug-in-Hybrid- und Elektroautos im Kompaktsegment. Flachere Motoren, Akkus und E-Achsen sollen mehr Flexibilität bringen.

Toyota entwickelt eine neue kompakte Fahrzeugarchitektur, die Vollhybrid, Plug-in-Hybrid und reinen Elektroantrieb aufnehmen soll. Die Basis ist für das Kompaktsegment gedacht und soll unterschiedliche Karosserieformen wie SUV, Limousinen und Minivans ermöglichen. Entwicklungschef Hiroki Nakajima stellte den Ansatz im europäischen Toyota-Hauptquartier in Brüssel vor. Der wichtigste Grund ist Flexibilität: Je nach Region und Jahr erwartet der Vertrieb unterschiedliche Nachfrage nach Elektroautos, Plug-in-Hybriden und klassischen Hybriden.

Flachere Technik für mehr Spielraum

Der gemeinsame Nenner der neuen Architektur ist eine geringere Bauhöhe zentraler Komponenten. Ein niedrigerer Motor schafft Freiraum unter der Haube, ein flacherer Akku erleichtert die Gestaltung von Boden, Sitzposition und Dachlinie. Toyota verbindet das mit dem Ziel, flachere Autos mit nutzbarem Innenraum zu bauen und zugleich Aerodynamik, Verbrauch und Reichweite zu verbessern. Besonders der neue Corolla soll von der flacheren Batterieanordnung profitieren.

  • Bei den Verbrennungsmotoren setzt Toyota auf einen neuen 1,5-Liter-Vierzylinder als Sauger und Turbo sowie auf einen 2,0-Liter-Turbo für stärkere Varianten.
  • Für die geringere Bauhöhe verkürzen die Entwickler den Hub; Verbrauch und Abgasverhalten sollen mindestens das bisherige Niveau halten.
  • Der 1,5-Liter-Sauger könnte laut Toyota Aufgaben heutiger Motoren von 1,5 bis 2,0 Liter übernehmen, der Turbo auch solche eines 2,5-Liters.
  • Das Hybridsystem soll kompakter ausfallen als etwa im aktuellen RAV4; auf der elektrischen Seite arbeitet Toyota an kleineren E-Achsen.
  • Bei prismatischen Lithium-Ionen-Zellen wandern die Anschlüsse von oben an die Seite. Toyota nennt rund 20 Prozent weniger Bauhöhe und etwa 20 Prozent bessere Raumausnutzung.

Mehr Reichweite verspricht Toyota durch diesen Batteriekniff nicht. Der Vorteil liegt vor allem darin, trotz niedrigerer Dachlinie den Innenraum weniger einzuschränken. Bei der Zelltechnologie bleibt Toyota zunächst bei heutigen Lithium-Ionen-Akkus; Nakajima verwies auf hohe Investitionen in diese Technik, die sich erst amortisieren müssten. Die parallel entwickelte Feststoffbatterie bestätigte er für 2027, im Kompaktsegment ist sie damit aber noch nicht unmittelbar angekündigt.

Starttermin bleibt offen

Einen Marktstart für die neue Plattform nennt Toyota noch nicht. Nakajima ließ lediglich erkennen, dass eine neue Hybridgeneration um 2030 kommen soll; ob dann auch die flachere Batterie eingesetzt wird, bestätigte er nicht. Die Strategie kann Toyota helfen, wechselnde Nachfrage mit einer gemeinsamen technischen Basis abzufangen. Offen bleibt aber, wie groß die Kompromisse bei Gewicht, Bauraum und Kosten ausfallen und welches Serienmodell die Architektur zuerst nutzt.

Quellen